02 Mai. 2018

Theaterstück „Juller“ über Julius Hirsch gastiert in Karlsruhe

 

Karlsruhe. Am 8. und 9. Mai führt das Badische Staatstheater Karlsruhe das Theaterstück „Juller“ über den jüdischen Fußballer Julius Hirsch aus Karlsruhe auf. Die DFB-Kulturstiftung fördert die Gastspielreise die im Laufe eines Jahres rund 10 Städte besuchen wird.

Der Karlsruher Vollblutstürmer Julius Hirsch, genannt „Juller“ ist einer der Helden der frühen Fußballjahre in Deutschland. Populär für seine gebückte Laufhaltung und gefürchtet für seine beidfüßige Schussstärke wurde er zweimal Deutscher Meister, war siebenfacher Nationalspieler und nahm 1912 an den Olympischen Spielen teil. Einst als Innenstürmer im DFB-Trikot verehrt, wurde Hirsch 30 Jahre später von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert und im Holocaust ermordet.

Die Geschichte von Julius Hirsch gleicht der aller Menschen, die Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Sie ist eine Brücke vom Vergangenen in die Gegenwart und in die Zukunft – aus Geschichte lassen sich Schlüsse ziehen, wenn ein ehemaliges Idol im Heute wiedererscheint.

Für Furore sorgte bereits die Uraufführung von „Juller“ in Leipzig im April 2017. Seitdem ist die Inszenierung des Theaters der Jungen Welt auf deutschlandweit zu sehen. In der Heimat von Julius Hirsch stoppt die Tour am 8. Mai, 20.00 Uhr, und 9. Mai, 11.00 Uhr, im Badischen Staatstheater Karlsruhe. Tickets gibt es unter 0721 / 933333 oder www.staatstheater.karlsruhe.de.

Wichtiger Beitrag zur Stärkung der Erinnerungskultur

„Das Theaterstück ‚Juller‘ macht die Grausamkeit des Holocaust sehr deutlich und ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Erinnerungskultur in Deutschland“, betont Helmut Sickmüller, bfv-Vizepräsident für Gesellschaftliche Verantwortung. Hirsch ist auch Namensgeber des jährlichen Julius-Hirsch-Preises, mit dem der Deutsche Fußball-Bund das Engagement von Fußballvereinen gegen Rassismus und Antisemitismus fördert. Die Baden-Württembergischen Fußballverbände schreiben alle zwei Jahre einen Jugendpreis für Menschlichkeit und Toleranz aus, dessen Namensgeber Hirschs Freund und Mannschaftskamerad Gottfried Fuchs ist.

Gottfried Fuchs-Preis

 

Foto: Tom Schulze