Inklusion

Der Badische Fußballverband und die Fußballkreise setzen sich für Inklusion im Fußball ein. Aus diesem Grund entwickeln wir immer neue Maßnahmen, die das Thema Inklusion aufgreifen.

bfv-Förderschul-Cup

Förderschulturnier 2016

Die Schule am Turmberg ist Sieger des dritten Förderschul-Cups und konnte ihren Titel vom vergangenen Jahr erfolgreich verteidigen.

Sport spielt im Alltag von Förderschulen und Schulen für geistig behinderte Kinder eine große Rolle. Motorik, räumliches Denken oder soziales Verhalten fördert Bewegung ebenso wie das Selbstbewusstsein und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schülerinnen und Schüler. „Wenn die Kinder körperlich fit sind, wirkt sich das positiv auf das Denken aus“, erklärte Gerd Bihn von der Eduard Spranger Schule in Oberderdingen. „Außerdem haben sie viel Spaß am Kicken!“

Das wurde heute beim 3. bfv-Förderschulcup deutlich. Elf Mannschaften mit Schülerinnen und Schülern zwischen zehn und 19 Jahren kickten mit großer Begeisterung um den Cup. Das Leistungsgefälle war teilweise deutlich, Spaß hat es aber allen gemacht. „Die Kinder sind immer optimistisch. Sie lachen, auch wenn sie verlieren“, freute sich der Lehrer und Trainer der Eduard Spranger Schule.

Die Nase vorne hatte am Ende wie schon im vergangenen Jahr die Schule am Turmberg. Im Finale setzte sie sich knapp mit 2:1 gegen die Lidellschule durch. Das Spiel um Platz 3 gewann die Kimmelmannschule ebenfalls mit 2:1 gegen die Carl-Orff-Schule Ettlingen. Die weiteren Plätze entschieden die Teams im Elfmeterschießen unter sich.

David Gartner absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr beim bfv, betreut dabei hauptsächlich Fußball AGs an Schulen und hat den Förderschul-Cup dieses Jahr organsiert: „Es war eine tolle Atmosphäre, die Spiele waren fair und die Kinder haben sich gefreut. Ich bin sehr zufrieden.“

Die Firma Tantzky unterstütze das Turnier in diesem Jahr. Geschäftsführer Mirko Tantzky war begeistert von der tollen Organisation und wieviel Spaß die Kinder am Fußball spielen hatten: „Echt spitze, was hier auf die Beine gestellt wurde. Heute gab es nur Gewinner!“, lobte er nach der Siegerehrung. Dazu steuerte seine Firma den Pokal sowie T-Shirts für die ersten drei Plätze bei. Auch für die Verpflegung während des Tages sorgte die Tantzky GmbH. Weitere Preise kamen vom Europa-Park Rust und dem bfv. Getränke stellte Ensinger kostenlos zur Verfügung.

Platzierungen:

  1. Schule am Turmberg
  2. Lidellschule
  3. Kimmelmannschule
  4. Carl-Orff-Schule Ettlingen
  5. Nikolaus-von-Myra-Schule
  6. Erich-Kästner-Schule
  7. Hardtwaldschule
  8. Carl-Orff-Schule Sinsheim
  9. Vogesenschule Karlsruhe
  10. Eduard Spranger Schule
  11. Schwarzwaldschule Ittersbach

Förderschulturnier 2015

Beim 2. bfv-Förderschulcup in der Sportschule Schöneck waren die Kids aus acht Schulmannschaften mit voller Begeisterung dabei. Das Turnier ergatterte auch bei der zweiten Auflage Lob: „Kompliment! Das Turnier war perfekt organisiert und hat allen Spaß gemacht“, lobte Lehrer Fredy Bilger von der Carl-Orff-Schule Ettlingen. „Es konnten außerdem soziale Kontakte geknüpft und gepflegt werden. Für unsere Schüler war es ein besonderes Erlebnis und wir würden uns freuen, wenn es nächstes Jahr wieder so eine Veranstaltung geben würde.“

Am Ende gewann die Schule am Turmberg und freute sich riesig. Für Sebastian Braun, der das Turnier organisierte, sind die Ergebnisse jedoch zweitrangig: „Hier geht es um mehr als den sportlichen Wettkampf. Die Schülerinnen und Schüler haben sonst nicht so viel Gelegenheit Fußball zu spielen. Man sieht wieviel Freude sie daran haben.“ Sebastian Braun absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Badischen Fußballverband und betreut hauptsächlich Schul-AGs, unter anderem an einigen der teilnehmenden Förderschulen. Timmy Schüler, ein Schüler der Vogesenschule, war besonders begeistert: „Es war für uns natürlich schon etwas Besonderes mal auf einem richtigen Rasen zu spielen, auf dem auch schon Profis trainiert haben. Es hat super viel Spaß gemacht.“ | Annette Kaul, Karlsruhe

Die Platzierungen:

  1. Schule am Turmberg
  2. Carl-Orff-Schule Sinsheim
  3. Carl-Orff-Schule Ettlingen
  4. Lidellschule
  5. Kimmelmannschule
  6. Vogesenschule
  7. Nikolaus-von-Myra Schule
  8. Schwarzwaldschule.

Förderschulturnier 2014

Zum ersten Mal fand in der Sportschule Schöneck in diesem Jahr ein Fußballturnier für Förderschulen aus der Region Karlsruhe statt.

Das Turnier war gleichzeitig das Abschlussprojekt von Johannes Holbein, der beim Badischen Fußballverband sein freiwilliges soziales Jahr absolvierte. „Da es nicht so viele Förderschulen gibt und daher auch eher selten ein Turnier stattfindet, habe ich mich dafür entschieden, mein Projekt den Förderschulen zu widmen“, erklärt Johannes, der während seines FSJs unter anderem regelmäßige Fußball-AGs in Schulen für Kinder mit Behinderungen leitete. „Dass sieben Teams gekommen sind, ist natürlich super. Insgesamt bin ich sehr zufrieden.“

Im Modus jeder-gegen-jeden spielten die Vogesenschule, Kimmelmannschule, Schwarzwaldschule, Carl-Orff-Schule, Schule am Turmberg, Erich-Kästner-Schule und Lidellschule um den Turniersieg. Nach sechs Spielen stand die Kimmelmannschule als Sieger fest. Auf Platz zwei landeten die Kicker der Carl-Orff-Schule, Dritter wurde die Schule am Turmberg.

Auch die Betreuer der Schulklassen waren begeistert: „Es war wirklich sehr gut. Die Jungs haben super gespielt und sich richtig reingehängt. Es ist toll, dass diesen Jugendlichen eine Bühne bereitet wird, auf der sie ihr Können unter Beweis stellen dürfen. Die vielen Erfolgserlebnisse sind für die Jugendlichen super“, freute sich Fredy Bilger, Lehrer an der Carl-Orff-Schule.

„Der bfv ist stolz, mit dem ersten Förderschulturnier ein weiteres Puzzlestück zu den vielfältigen Schulaktivitäten hinzugefügt zu haben“, betonte bfv-Geschäftsführer Uwe Ziegenhagen. „Die Vernetzung mit den Freiwilligendienstaktivitäten zeigt, wie engmaschig und zukunftsorientiert unser Schulkonzept gestrickt ist, das wir natürlich immer weiterentwickeln.“

Johannes Holbein: „Ich hoffe, dass auch im kommenden Jahr ein Förderschulturnier an der Sportschule ausgerichtet wird. Vielleicht wird der bfv-Förderschulcup dann irgendwann zum Traditionsturnier.“

Sepp-Herberger Spielfest

Spielfest 2016

Auch 2016 richtet die DFB-Stiftung Sepp Herberger ihr Spielfest in der Sportschule Schöneck aus.
Termin: 18.-21.09.2016

Spielfest 2014

„Spielerische Inklusion - das kann nur der Fußball“.  Die Sepp-Herberger-Stiftung war zum zweiten Mal zu Gast in der Sportschule Schöneck für das „Integrative Spielfest 2014“.

Beim integrativen Spielfest der Sepp-Herberger-Stiftung in der Sportschule Schöneck erlebten 80 Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren mit und ohne Behinderung Fußball und ein buntes Programm. Jeder Landesverband kann ein Team melden. Für Baden war eine Mannschaft am Start, die aus Schülern der Albschule Karlsruhe und Stützpunktspielern bestand. Betreuer für die badischen Kicker waren Wilma Hambsch von der Albschule und Dominik Grill, der kürzlich sein FSJ beim bfv beendete. Die aktuellen Freiwilligen des Badischen Fußballverbandes unterstützten die Veranstaltung.

Highlight des Spielfestes war das Fußballturnier. Einzigartig dabei ist die Zusammensetzung der Mannschaften, die aus behinderten und nichtbehinderten Kindern bestehen. Für Team Baden lief es gut, sie holten sich unter 14 Mannschaften den vierten Platz. Die Jungs freuten sich riesig und Betreuerin Wilma Hambsch war stolz: „Das haben sie wirklich toll gemacht.“ Berechtigte Freude, obwohl der Leistungsgedanke bei der ganzen Veranstaltung nicht im Vordergrund steht. „Ihr seid alle Gewinner“, betonte bfv-Präsident Ronny Zimmermann bei der Siegerehrung – bei der auch jede Mannschaft einen Preis erhielt. Eine besondere Auszeichnung erhielt das Team Fußballfreunde Hermannburg aus Bremen, die zwar sportlich nicht so erfolgreich waren, sich aber durch besonderen Zusammenhalt hervorhoben. „Genau darum geht es bei der Inklusion“, erklärte Norbert Wetzelaer von der Sepp-Herberger-Stiftung. „Beim Fußballspielen können die Kinder ohne Mühe Grenzen überwinden.“ Wilma Hambsch bestätigt das: „Ich bin begeistert von der Idee, Mannschaften aus behinderten und nichtbehinderten Kindern zusammenstellen.“ Durch das gemeinsame Sporttreiben habe sich ein starker Teamgeist entwickelt. „Spielerische Inklusion - das kann nur der Fußball“, ist sich Hambsch sicher.

Der geistig behinderte Luca wollte selbst nach der Siegerehrung nicht mit dem Kicken aufhören. „Am besten hat mir gefallen, dass ich so viele Tore geschossen habe“, erklärte der Stürmer von der DJK Daxlanden. Sein Kumpel Joel fügte hinzu: „Ich habe viele neue Freunde gefunden, das finde ich toll!“

„Wir sind sehr froh, dass wir mit unserer Sportschule schon zum zweiten Mal Gastgeber sein durften“, freute sich auch bfv-Geschäftsführer Uwe Ziegenhagen. „Derartige Veranstaltungen vermitteln immer ganz besondere Emotionen. Und Inklusion ist ja auch bei uns im bfv ein wichtiges Thema.“

weitere Maßnahmen

Inklusions-Cup Süd

Der Badische Fußballverband richtet in Kooperation mit der TSG 1899 Hoffenheim einen Inklusions-Cup aus. Teilnehmen können Mannschaften der süddeutschen Fußballverbände, gespielt wird auf dem Schulsportplatz in Hoffenheim. Die Veranstaltung wird von der DFB-Stiftung Sepp Herberger, der Allianz Stiftung für Kinder und von der Bundesliga-Stiftung unterstützt.

Der Cup ist eines von fünf regionalen Qualifikationsturnieren für den bundesweiten Inklusions-Cup. Clubs der 1. und 2. Bundesliga sowie Vereine der Fußballverbände Baden, Südbaden, Württemberg, Bayern und Hessen können bis zum 15. Mai 2017 eine integrative/inklusive Mannschaft melden.

Acht Startplätze stehen zur Verfügung. Pro Landesverband ist mindestens eine Mannschaft startberechtigt. Über die weitere Zulassung entscheiden die Landesverbände nach Eingang der Anmeldung. Darüber hinaus hat die TSG 1899 Hoffenheim einen Startplatz sicher. Der Turniersieger, der ausrichtende Bundesligist und „Die Mannschaft des Turniers“ des regionalen Inklusions-Cups Süd qualifizieren sich für den Inklusions-Cup in der Sportschule Grünberg vom 01. bis 05. Oktober 2017. Teilnehmen können dort insgesamt 15 Teams.

  • Termin: Mittwoch, 21. Juni 2017, 10.30-17 Uhr
  • Ort: Schulsportplatz Hoffenheim
  • Mannschaften: Jede Mannschaft besteht aus sechs Spielern, je drei mit und ohne Handicap sowie bis zu zwei Betreuern. Die Jungen/ Mädchen können 10 -15 Jahre alt sein, die Art der Behinderung ist irrelevant
  • Modus: zu jeder Zeit mindestens zwei Spieler mit Handicap auf dem Spielfeld stehen. Alle Turnierspiele werden in 4er Teams und ohne festen Torwart auf zwei Kleinspielfeldern mit kleinen Toren ausgetragen. Die endgültigen Spielpläne werden am Mittwoch, 21. Juni 2017 vor Ort ausgegeben.
  • Übernachtung: Eine begrenzte Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten für teilnehmende Mannschaften steht in unmittelbarer Nähe der Spielstätte in Hoffenheim zur Verfügung. Die Kosten von 10 Euro/Person inklusive Abendessen und Frühstück sind selbst zu tragen.
  • Verpflegung: Am Turniertag gibt es für alle Mannschaften ein gemeinsames Mittagessen. Getränke und Zwischenmahlzeiten in Form von Obst und Brezeln werden zur Verfügung gestellt. Die dafür anfallenden Kosten übernehmen die Organisatoren.
  • Anreise: Die Anreise erfolgt auf eigene Kosten.
  • Sonstiges: Eine Bescheinigung zur Schulbefreiung kann mittels eines Formulars über den zuständigen Landesverband erfolgen. Das Formular geht Ihnen mit der endgültigen Zulassung zum Turnier zu.

Detaillierte Durchführungsbestimmungen, Programm und organisatorische Hinweise gehen den teilnehmenden Gruppen vor der Veranstaltung zu.

Anmeldungen bitte bis zum 15. Mai über das unten stehende Formular. Nach Abschicken der Anmeldung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung. Eine endgültige Bestätigung zur Turnierteilnahme erhalten Sie nach Meldeschluss bis spätestens zum 22. Mai 2017.

Anmeldung

Anmeldung Inklusions-Cup Süd

Inklusive Fortbildung

Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen im Frühjahr 2016 an einer inklusiven Fußballfortbildung in der Sportschule Schöneck teil. Die Veranstaltung wurde vom Inklusionsprojekt BISON (Baden-Württemberg inkludiert Sportler ohne Norm) unter der Leitung von Dr. Martin Sowa, dem Badischen Fußballverband und dem Regierungspräsidium Karlsruhe mit freundlicher Unterstützung der Porsche AG organisiert.

Den Lehrkräften der Albschule Karlsruhe, Ludwig-Guttmann-Schule Karlsbad-Langensteinbach und der Karl-Berberich Schule Bruchsal wurden Trainings- und Spielmöglichkeiten aus fußballerischer, sonderpädagogischer und inklusiver Sicht in Theorie und Praxis vermittelt. Fritz Quien, Trainer der Landesauswahl der Fußballer mit Handicap hatte mit seinem Team ein interessantes Programm auf die Beine gestellt. Das DFB-Mobil mit einem Teamer des Badischen Fußballverbandes unterstützte die Fußballfortbildung.

Auch die Schülerinnen und Schüler hatten viel Freude mit den spielerisch aufgebauten Trainingsstationen. Den Fußball mit Spaß zu erleben, stand an diesem Tag im Mittelpunkt. Ziel war es insbesondere auch, persönliche Kontakte aufzubauen und Kooperationsmodelle, beispielsweise in Zusammenarbeit der Freiwilligen (FSJ) im bfv und den Vereinen/Schulen aufzubauen. Auch die Freiwilligen des bfv nutzen die Möglichkeit, um sich in Schöneck wertvolle Impulse für ihre Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen einzuholen. Wilma Hambsch, Lehrkraft an der Albschule Karlsruhe, sagte im Anschluss an die Fortbildung: „Die interessanten Gespräche und der Austausch mit meinen Kollegen und den Vereinsvertretern war sehr hilfreich. Auch meine Schülern erlebten einen tollen Tag in der Sportschule.“

Workshop der Hannelore-Kohl-Stiftung

Am vergangenen Wochenende fand in der Sportschule Schöneck zum fünften Mal ein Fußball-Workshop für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen statt. Aus ganz Deutschland folgten rund drei Dutzend fußballbegeisterte Frauen und Männer der Einladung der Sepp-Herberger-Stiftung und der ZNS – Hannelore-Kohl-Stiftung, um in der Sportschule des Badischen Fußballverbandes (bfv) ein ereignisreiches Wochenende zu verbringen. Dabei wurden die Teilnehmer in drei unterschiedlichen Workshops umfassend begleitet.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 engagiert sich die ZNS – Hannelore-Kohl-Stiftung für Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen. Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr eine derartige Verletzung. Viele, der durch die Hannelore-Kohl-Stiftung unterstützten Menschen, sind fußballbegeistert: „Der Fußball zählt auch bei Menschen mit einem Handicap zu den populärsten Sportarten. Im Mittelpunkt unserer Veranstaltung stehen nicht der Leistungsgedanke, sondern Spaß, Teamgeist und Fairplay“, betont Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore-Kohl-Stiftung.

Ein wichtiges Ziel der Veranstaltungsreihe ist es neue Perspektiven für die Sportlerinnen und Sportler zu eröffnen. „Wieder einmal zeigte sich, wie wichtig es für die Teilnehmer ist, unabhängig von den erworbenen Behinderungen und dem derzeitigen Leistungsstand, aktiv Fußball spielen zu können“, so Lüngen. In Karlsruhe standen neben unterschiedlichen Spiel- und Trainingsformen gemeinsame Gesprächskreise und Entspannungsangebote auf dem Programm.

Auch Helmut Sickmüller, bfv-Vizepräsident für gesellschaftliche Verantwortung, machte sich ein persönliches Bild von dem Fußball-Wochenende: „Der Lehrgang zeigte eindrucksvoll, dass Fußball den idealen Rahmen bietet, um sich in der Gemeinschaft auf spielerische Weise zu betätigen und sich vor allem mit Gleichgesinnten auszutauschen.“

Schiedsrichter-Lehrgang 2014

Eine Perspektive im Fußball für Kinder mit Hämophilie schaffte der bundesweit erste Schiedsrichter-Lehrgang für betroffene Kinder beim Badischen Fußballverband.

Zwei Tage lang tönten laute Pfiffe vom Karlsruher Turmberg ins Tal herab. Verursacher waren elf Kinder aus ganz Deutschland, die zum Schiedsrichter Basis-Lehrgang in der Sportschule waren. Das Besondere: die Kinder sind an Hämophilie erkrankt, besser bekannt als „Bluterkrankheit“. Sport, insbesondere das körperbetonte Fußball, ist für betroffene Kids eigentlich tabu. Zu hoch ist das gesundheitliche Risiko. Also, dachten sich die Interessensgemeinschaft Hämophiler e.V. und die Selbsthilfegruppe Hämophilie Südwest, muss es einen anderen Weg geben, die Liebe der Kinder zum Fußball ausleben zu können. Den fanden sie: Als Schiedsrichter. Und mit dem bfv gleich noch einen Partner, der die Idee aufgriff und als erster Landesverband eine Schiedsrichter-Basisausbildung für Kinder mit Hämophilie umsetzte.

Die Kinder fieberten zusammen mit ihren Eltern schon lange dem Wochenende in der Sportschule Schöneck entgegen. Das ganze Wochenende eiferten sie ihren großen Schiedsrichter-Vorbildern nach, als sie spielerisch das Basiswissen der Schiedsrichterei kennenlernten. Die Kinder erwarben nicht nur in Theorieeinheiten ihr Wissen, sondern durften selbstverständlich auch auf dem Fußballplatz stehen. Jeder Nachwuchs-Referee bekam ein „Schiedsrichter-Starterset“ überreicht, das auch gleich in der Praxis getestet wurde. Ziel des bislang einzigartigen Projekts: Kindern mit Hämophilie eine Perspektive und das Selbstvertrauen zu geben, auch am Fußball teilhaben zu können. „Bisher war das bei unserem Sohn Leon im Schulunterricht oder in der Freizeit aufgrund der Verletzungsgefahr nicht möglich“, sagte Christian Schepperle, der Verantwortliche der Selbsthilfegruppe Hämophilie Südwest und Initiator des Projektes. Zusammen mit seiner Frau Sabine und Leon (9) kam er nach Karlsruhe. Weitere zehn Kindern und deren Eltern reisten aus ganz Deutschland an.

bfv-Verbandsschiedsrichter-Lehrwart Dr. Ronald Möhlenbrock hatte zusammen mit seinem Team ein interessantes Programm zusammengestellt. Bei den Theorieeinheiten zeigten Möhlenbrock und Alexander Schmitt (Schiedsrichter-Lehrwart im Fußballkreis Sinsheim), welche Spielvoraussetzungen gegeben sein müssen und wann welche Regel angewendet wird. Bei Videoszenen diskutierten die Kinder ausgiebig, wie ihre Entscheidung ausgefallen wäre.

Beim Trainingsspiel der C-Junioren der SG Lobbach sahen die Kinder, wie ein „großer Schiedsrichter“ agiert und welche Vorbereitungen vor einem Spiel getroffen werden müssen. bfv-Verbandsschiedsrichter Simon Karcher zeigte den Kindern, wie die Tornetze überprüft werden, was bei der Seitenwahl wichtig ist und wie sich ein Schiedsrichter auf dem Platz verhalten muss. Nach zwei schweißtreibenden, aber inhaltlich mit viel Spaß ausgestatteten Tagen, nahmen alle Kinder freudestrahlend ihre Teilnahmezertifikate entgegen. Möhlenbrock und bfv-Geschäftsführer Uwe Ziegenhagen gratulierten allen Nachwuchs-Referees zu ihrem erfolgreichen Lehrgang.

Um den Kindern nun auch in ihrem Landesverband eine Perspektive zu geben, hat der bfv Kontakt zur Sepp-Herberger-Stiftung aufgenommen. Die Stiftung startete im letzten Jahr eine Inklusionsinitiative, indem sie in den DFB-Landesverbänden Beauftragte für Fragen des Behindertenfußballs finanziert. Ziel ist es nun, dass diese Inklusionsbeauftragten in der Region der Kinder Vereine ausfindig machen und den Kontakt herstellen. „Die Kinder sollen dort eine Heimat finden, damit sie auch in unsere Fußballfamilie integriert werden“, sagt Ziegenhagen. „Wir freuen uns daher über die große Unterstützung der Sepp-Herberger-Stiftung.“

DFBnet

Der DFB hat bereits seit 2015 auf seiner Webseite die Rubrik „Handicap-Fußball“ mit umfassenden Informationen eingerichtet. Nächster Schritt war nun die Freischaltung eines Tabreiters „Handicap-Fußball“ im DFBnet Vereinsmeldebogen.

Vereine können ab sofort im DFBnet Vereinsmeldebogen einen Ansprechpartner für „Handicap-Fußball“ und die Angebote aufführen. Die Daten werden live ausgespielt und in die bestehende Handicap-Börse in der Rubrik „Handicap-Fußball“ auf der DFB-Webseite abgebildet. Interessierte Menschen mit Handicap finden in der Börse Vereine, die sich im Bereich „Handicap-Fußballs“ engagieren, sowie Anlaufstellen.

So funktioniert es: Vereine tragen selbständig einen Ansprechpartner im Vereinsmeldebogen ein. Unter dem Tab „Handicap-Fußball“ werden verschiedene Angebote, wie zum Beispiel Blinden- und Rollstuhlfußball oder integrative Spielformen, zur Auswahl angeboten. Diese können zusätzlich mit einer ausführlichen Beschreibung mit weiteren Informationen versehen werden.

Stefan Moritz, Inklusionsbeauftragter des Badischen Fußballverbandes zu der Einführung: „Die neue Funktion im Vereinsmeldebogen bietet für Vereine eine große Chance, ihr Engagement und das Angebot im Handicap-Fußball zu präsentieren und gezielt Menschen mit Handicap anzusprechen.“ Auch für den bfv sei die Einführung wertvoll, um sein bestehendes Netzwerk und den Kontakt zu Vereinen mit „Handicap-Fußball“ weiter zu intensivieren.

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