Sexuelle Vielfalt

Fußball verbindet

Dr. Friedrich Curtius, Generalsekretär des DFB, und Sven Wolf, Mitglied der AG Vielfalt beim DFB und bfv-Ansprechpartner. Foto: DFB

Neben Alt und Jung, Groß und Klein, finden sich Menschen unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft und sexueller Orientierung im Fußball wieder. Der DFB zählt im Jahr 2019 über sieben Millionen Mitglieder und erreicht durch die große Medienpräsenz des Sports allgemein und seiner Internationalität unzählige Menschen.

Der DFB und seine Landesverbände sind sich der großen Vorbildfunktion und auch der gesellschaftlichen und sozialen Einflussmöglichkeiten des Fußballs bewusst. Sie geben dieser bunten Vielfalt einen Raum. Einen Raum, in dem ein respektvoller Umgang miteinander und die Akzeptanz von anderen groß geschrieben wird. In dem Grundlagen gewährleistet werden, auf denen sich alle Menschen der Fußballfamilie frei entfalten können.

Im Januar 2014 sprach Thomas Hitzlsperger in einem Interview erstmals offen über seine Homosexualität und verlieh damit dem Diskurs über Homosexualität im Profifußball neue Impulse. 2016 ernannte ihn der DFB zum Botschafter für Vielfalt. Seither engagiert er sich für die Förderung der Vielfalt und dem Engagement gegen Diskriminierung.

Vielfalt willkommen

bfv-Logo Vielfalt

Der Badische Fußballverband setzt sich seit vielen Jahren für sexuelle Vielfalt im Fußball ein. Jede*r ist beim bfv willkommen und soll sich wertgeschätzt und unterstützt fühlen.

Der bfv hat dies in seinem Leitbild, im Ehrenkodex als auch in seinen Satzungen und Ordnungen festgeschrieben:

  • „Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen.“ (§3 Satzung)
  • „Wir treten ein für die Werte Respekt, Toleranz und Fairness. Wir lehnen jegliche Form von Intoleranz, Diskriminierung und Gewalt ab. Das ist die Grundlage für all unser Tun!“ (bfv-Leitbild, 6.)
  • Ich behandle alle gleich und fair und dulde keine Diskriminierung. Meine Arbeit ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen geprägt. Ich achte die Würde jeder Person – unabhängig von deren sozialer, ethnischer oder kultureller Herkunft, Weltanschauung, Religion, sexueller Orientierung, politischer Überzeugung, deren Geschlechtes oder Alters.“ (bfv-Ehrenkodex)
  • „Wer die Menschenwürde einer Person oder einer Gruppe von Personen durch herabwürdigende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen oder Handlungen in Bezug auf Hautfarbe, Sprache, Religion, Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung verletzt…“ (§3 Strafordnung)

Berliner Erklärung

2013 setzten Spitzenfunktionäre des Sports und mehrere Bundesminister ein deutliches Zeichen: Gemeinsamen unterzeichneten sie die „Berliner Erklärung“ gegen Homophobie und für die Vielfalt, den Respekt und die Akzeptanz im Sport. Der VfR Mannheim gehörte als einziger Amateurverein zu den Erstunterzeichnern. Auch der bfv hat die Berliner Erklärung unterzeichnet.

Ronny Zimmermann, bfv-Präsident und Vizepräsident des DFB. Foto: bfv
Berliner Erklärung: Gemeinsam gegen Homophobie, für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport. Grafik: DFB

Ansprechpartner*in beim bfv

Mit Sandra Rixen und Sven Wolf hat der bfv zwei Ansprechpartner für Vielfalt im Verband installiert. Sie stehen für jegliche Anliegen im Zusammenhang mit sexueller Vielfalt im Fußball zur Verfügung und engagieren sich für Sensibilisierung und Akzeptanz. Alle, die Fragen haben oder einen Rat brauchen, können sich jederzeit vertrauensvoll an sie wenden.

Sven Wolf

Sven Wolf. Foto: bfv
Sven Wolf. Foto: bfv

Sven Wolf ist zudem Mitglied der DFB AG Vielfalt und bringt seine Erfahrungen aus der Verbandsarbeit auf DFB-Ebene ein.

„In unserem vielfältigen Prozess seit 2013 arbeiten wir auf unterschiedlichen Ebenen, um gemeinsam für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sorgen sowie Vorurteile abzubauen – auch und gerade im Fußball.“

Maßnahmen des bfv

Der bfv engagiert sich zum Thema „Vielfalt“ mit folgenden Maßnahmen:

 

  • Sensibilisierung und Aufklärung in verschiedenen bfv-Qualifizierungsmaßnahmen (Vereinsjugendmanager-Ausbildung, Trainerfortbildung)
  • Unterstützung der Vereine und allen Personen durch die bfv-Ansprechpartner
  • Positionierung in der Öffentlichkeit mit Botschaften, z.B. am Internationalen Tag gegen Homophobie (17. Mai)
  • Teilnahme an den Christopher Street Days (CSD) in Mannheim und Karlsruhe
  • Austausch und Zusammenarbeit mit Vertretern der beiden LSBTTIQ-Sportvereine MVD Mannheim und Uferlos Karlsruhe
  • Teilnahme der bfv-Ansprechpartner an öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Podiumsdiskussionen)

Ausgrenzung verhindern

Fehlende Offenheit und Akzeptanz kann auch auf Vereinsebene zu Ausgrenzung führen. Ein „Coming-Out“ mit der möglichen Folge der Diskriminierung und Mobbing kann zu Isolation/Rückzug führen. Im schlimmsten Fall hört die Person auf, Fußball zu spielen oder sich ehrenamtlich zu engagieren.

Es gilt daher auf Vereinsebene auf der einen Seite einen geschützten Raum zu schaffen, in dem alle jederzeit wissen, auf wen bei Redebedarf, Anliegen oder Problemen zugekommen werden kann. Zum Anderen, das Thema ganz offen anzusprechen und innerhalb des Vereins zu thematisieren.

Was können Vereine tun?

  • Aufstellen von Leitlinien und Mannschaftsregeln
  • Offen über das Thema im Verein sprechen (z.B. in Jugendtrainerversammlungen oder Elternabenden)
  • Trainer*innen und Betreuer*innen anleiten, einzugreifen, sofern diskriminierende Wörter im Training/Spiel fallen
  • Wahrnehmen von Qualifizierungsangeboten für Vereinsmitarbeiter*innen und Trainer*innen
  • Kontaktaufnahme mit den bfv-Ansprechpartnern (z.B. Vereinbarung eines Vereinsbesuchs zur Sensibilisierung der Mannschaft/des Trainerteams)