Dialogformat Vielfalt setzt klares Zeichen gegen Rassismus

Gesellschaftliche Verantwortung
29.01.2026
Dialogformat Vielfalt

Wie Rassismus im Sport erkannt, benannt und ihm aktiv entgegengewirkt werden kann, stand im Mittelpunkt des Dialogformats Vielfalt vergangene Woche im Sinsheimer Dietmar-Hopp-Stadion. Insgesamt 24 Teilnehmende tauschten sich aus, setzten sich praxisnah mit dem Thema auseinander und entwickelten konkrete Handlungsansätze. 

Eingeladen hatte der Badische Fußballverband in Zusammenarbeit mit dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des Badischen Sportbunds Nord. Die Teilnehmenden brachten unterschiedliche Perspektiven ein: Vertreten waren unter anderem Kreisvorsitzende, Staffelleitungen, Qualifizierungsbeauftragte, ehrenamtlich Engagierte aus Vereinen sowie Mitarbeitende aus Sportkreisen.

Zum Auftakt sensibilisierte das vielfach ausgezeichnete Projekt „Zusammen1 – Für das, was uns verbindet“ von Makkabi Deutschland in einer Workshop-Phase für die Themen Diskriminierung und Rassismus. Die Referenten Lennart Hoffmann und Ender Apaydin vermittelten Grundlagen zur Einordnung der Begriffe, beleuchteten die Betroffenenperspektive im Fußballkontext und zeigten auf, wie jede und jeder Einzelne zu einem respektvollen Miteinander beitragen kann. Besonders praxisnah waren die Einblicke von Ender Apaydin, der seine persönlichen Erfahrungen als Schiedsrichter im Berliner Fußball-Verband in den Workshop einbrachte. Zudem wurden Unterstützungsangebote vorgestellt, etwa Anlaufstellen der Landesverbände sowie externe Antidiskriminierungsstellen. Das Projekt „Zusammen1“ bietet darüber hinaus auch konkrete Angebote und Formate für Vereine an.

Einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt setzte anschließend das DFB-Projekt zur wirksamen und nachhaltigen Anti-Rassismus-Arbeit im deutschen Amateurfußball, das Projektleiter Zubair Ahmad vorstellte. Das Projekt wurde zunächst als Pilot im Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) umgesetzt und soll nun schrittweise auf bundesweiter Ebene ausgerollt werden. Über interaktive Elemente band Ahmad die Teilnehmenden aktiv in die Frage ein, wie nachhaltige Anti-Rassismus-Arbeit im Amateurfußball langfristig gelingen kann. „Beim Fußball begegnen sich Woche für Woche Millionen Menschen, genau deshalb müssen wir Strukturen schaffen, die Rassismus und Diskriminierung keinen Platz lassen“, betonte bfv-Präsident Ronny Zimmermann nach der Pilotphase im NOFV. „Mit diesem Projekt haben wir einen wichtigen Schritt gemacht: Wir befähigen Vereine, präventiv zu handeln und eine Kultur des Respekts und der Vielfalt zu leben. Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit klaren Strukturen und gemeinsamer Verantwortung Diskriminierung noch wirksamer entgegentreten können.“

Mit dem Dialogformat Vielfalt stärkt der Badische Fußballverband den Austausch zwischen Engagierten aus Verband und Vereinen und setzt ein klares Zeichen für ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander im Sport. Das bestätigte auch Fatih Icli aus dem Fußballkreis Tauberbischofsheim: „Die Veranstaltung war äußerst gelungen und bot viele aufschlussreiche Perspektiven. Sie hat maßgeblich zur Sensibilisierung beigetragen und die Einordnung von Rassismus und Diskriminierung verständlich und hilfreich vermittelt.“

Auch Vereine können sich sichtbar positionieren und dabei doppelt punkten. Im Rahmen des DFB-Punktespiels besteht die Möglichkeit, Banner und Poster gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt auf dem Sportplatz oder im Vereinsheim aufzuhängen sowie das Merkblatt für Schiris in der Schiri-Kabine auszulegen. Alle Infos unter punktespiel.dfb.de