Für die nächsten Tage und insbesondere das kommende Wochenende werden sehr hohe Temperaturen, teilweise über 40 Grad, erwartet. Damit gehen auch gesundheitliche Belastungen für Spieler*innen, Schiedsrichter*innen, Vereinsverantwortliche und Zuschauer*innen einher. Vor diesem Hintergrund werden die für Samstag geplanten Badischen Ü-Meisterschaften sowie das Inklusionsturnier der bfv-Stiftung nicht durchgeführt.
Wir bitten darum, alle anstehenden Trainingseinheiten, Spiele und Veranstaltungen mit Blick auf die Witterung kritisch zu prüfen. Insbesondere im Kinder- und Jugendbereich sowie bei älteren Spieler*innen ist eine sorgfältige Abwägung erforderlich.
Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) herausgegebenen Empfehlungen zum Hitzeschutz sollen Vereinen und Veranstaltern dabei helfen, Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Spielverlegung (in die Abend- / Morgenstunden oder auf einen anderen Termin)
bei mehr als +35°C (bzw. mehr als +32°C bei Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent). Alle anderen Präventionsmaßnahmen sollten bereits ab 30 Grad Celsius angewendet werden. Ab 40 Grad Celsius sollte zwingend kein Spiel und kein Training mehr stattfinden.
"Wenn es möglich ist, sollten Spiele in die Abendstunden verlegt werden, damit man der direkten Sonneneinstrahlung aus dem Weg geht", sagt Sportmediziner Meyer. Eine Spielverlegung geht natürlich nur, wenn es Spielplan, Platzbelegung und etwaige Mehrfachnutzung auch erlauben. Kontraproduktiv wäre es, wenn man sein Training in die Mittagszeit verlegt, um sich an die Bedingungen eines Pflichtspiels zur gleichen Zeit anzupassen. "Der Körper würde sich nicht wesentlich besser adaptieren, nur weil man mittags trainiert", so Meyer.
Hitze-/Sonnenschutz für Zuschauer*innen z.B. helle Kappen mit Sonnenschirm
Professor Meyer erklärt: "Die Hitzestrahlung der Sonne kann durch Kopf- und Gesichtsbedeckungen ungemein abgemildert werden. Eine helle Baseballkappe gibt dem Gesicht Schatten und senkt die Temperatur."
Wasserabgabe, große Schirme/Dächer, Befeuchtung mit Wasser, Trinkpausen
Sowohl für Spieler*innen als auch für Zuschauer*innen ist es am wichtigsten, viel zu trinken. "Das A und O ist die Flüssigkeitszufuhr", mahnt Meyer, "das ist vor allem für den Flüssigkeitshaushalt wichtig. Wenn wir viel schwitzen, müssen wir auch viel Flüssigkeit aufnehmen, damit keine Kreislaufprobleme auftauchen." Normales Leitungswasser ist vollkommen okay. Gut sind auch Saftschorlen oder Tee. Wir empfehlen, bei den auszutragenden Spielen zusätzliche, großzügige „Erfrischungs- und Trinkpausen“ mit der gegnerischen Mannschaft und dem Schiedsrichterteam abzustimmen. Die (zeitliche) Festlegung dieser Trinkpausen liegt dann final beim Schiedsrichterteam. Sowohl für Spieler*innen, Schiedsrichter*innen als auch für Zuschauer*innen ist es sehr wichtig, viel zu trinken.
Hitze-/Sonnenschutz für Spieler*innen: Pre-Cooling (verschiedene Methoden, Wasser effektivster Überträger), kalte Getränke, Kappe für Torwart, adäquate Kleidung zur Schweiß- und Temperaturabgabe, pro Halbzeit ein bis zwei Trinkpausen durch die Schiedsrichter*innen. Die Spielunterbrechungen für Trinkpausen lobt auch Dr. Meyer und gibt Empfehlungen zur Abkühlung: "Es gibt die Möglichkeit, in der Halbzeit Eiswickel, feuchte Handtücher oder kühle Bäder vorzubereiten, um die Körpertemperatur runter zu kühlen. Es gibt mittlerweile viele Produkte auf dem Markt, aber das effektivste Mittel ist Wasser, weil es die Kälte perfekt überträgt." Also auch der Wassereimer am Spielfeldrand kann als kurze Erfrischung einen positiven Effekt haben.
Die Empfehlungen der Kommission Medizin und Gesundheit des DFB gibt es hier als pdf zum Download.
Vereine und Veranstalter tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Bitte beachten Sie die gesundheitlichen Belastungen im Sinne aller Beteiligten.