Kommunikation als Schlüsselqualifikation: Teil 2 des BW Leadership-Programms für Frauen

Frauen
25.03.2026
Modul 2 BW Leadership-Programm für Frauen

Nach dem erfolgreichen Auftakt des Leadership-Programms der drei baden-württembergischen Fußballverbände im Dezember in Südbaden stand am vergangenen Wochenende das zweite Modul in der Sportschule Schöneck in Karlsruhe an. 

Die 15 Frauen aus den drei baden-württembergischen Landesverbänden bfv, SBFV und wfv, die sich im Dezember beim Modul „Frauen im Sport, Mentoring und Netzwerken“ im Schwarzwald bereits kennenlernten, trafen sich am vergangenen Wochenende auf dem Karlsruher Turmberg zum zweiten Teil ihres einjährigen Leadership-Programms. Diesmal hatten die beiden Referent*innen Ulrike und Tobias Bracht vom Internationalen Fußball Institut (IFI) die Präsenzphase unter das Motto „Kommunikation als Schlüsselqualifikation“ gestellt. „Tobi und Uli sind das perfekte Team, um uns durch dieses Programm zu begleiten“, freut sich Katja Gramling, Vorsitzende des JF Ravenstein über die professionelle Betreuung. Mit verschiedenen Teamübungen sensibilisierten die Brachts für Herausforderungen in der Kommunikation, stellten verschiedene Modelle vor und definierten gemeinsam mit der Runde die Unterschiede zwischen verbaler, nonverbaler und paraverbaler Kommunikation. In einem Rollenspiel adaptieren die Teilnehmerinnen das Gelernte aus dem Themenfeld der verbalen Kommunikation auf das Vereinsleben. Nach den erkenntnisreichen Workshopphasen stand am Abend eine Talkrunde mit Eva-Maria Virsinger, Trainerin der TSG Hoffenheim Frauen, auf dem Programm. „Kommt weg von der Illusion, immer alle abholen zu wollen und von jedem positives Feedback zu bekommen“, gab sie den Frauen einen guten Ratschlag mit auf den Weg. „Nutzt im Trainerteam unterschiedliche Formen von Ansprachen, um auch unterschiedliche Charaktere mitzunehmen.“ Als wichtigstes Learning nahmen die Teilnehmerinnen mit: „Feedback geben, Feedback auch annehmen und dem eigenen Bauchgefühl trauen.“ Zum Abschied am Freitagabend erhielten alle noch ein aktuelles Trikot der TSG-Frauen, das sie freudestrahlend entgegennahmen. Anschließend ließ die Gruppe den Tag mit einem kleinen Spaziergang zur Turmbergterrasse und einem lockeren Kegelabend ausklingen.

Nach einem stärkenden Frühstück startete Tag 2 am Samstag mit dem Thema „Geschlechterspezifische Kommunikation“, wobei die Teilnehmerinnen ihre Auffassungen von „typisch männlicher“ und „typisch weiblicher“ Gesprächsführung besprachen. „Der Part war für mich besonders hilfreich, da ich als Vorsitzende und Staffelleitung fast nur mit männlichen Kollegen zu tun habe“, erklärt Gramling. „Man kann immer alles klären, wenn man nur offen miteinander spricht.“ Der Vorstellung verschiedener Kommunikationstypen von der Analytikerin über die Kritikerin bis zur Abweiserin folgten Grundlagen des Argumentationstrainings, die in den drei Grundregeln mündeten, sachlich zu bleiben, die eigene Meinung zu begründen und zuzuhören, bevor man antwortet. In der abschließenden Feedback-Runde des zweiten Moduls freuten sich die Teilnehmerinnen über den „guten Mix aus Theorie und Praxis“, „sehr gute Impulse“, „nützliche Tipps“ und blicken mit Vorfreude dem dritten Modul entgegen, das im Juli 2026 in Württemberg stattfinden wird. „Wir haben die Basis dafür geschaffen, in schwierigen Situationen auf Augenhöhe und gleichzeitig schlagfertig zu kommunizieren“, resümiert Samantha Sagerer vom PSV Mannheim. „Gerade als Frau im Fußball kommt einem da eine besondere Rolle zu und es ist wichtig, dem Gegenüber auch seine Grenzen zu zeigen. Ich glaube, das können wir jetzt.“