Zum Ende des Jahres 2025 fanden in den Kreisen Tauberbischofsheim, Buchen und Mosbach die Ehrungsveranstaltungen der Aktion „DANKE SCHIRI.“ statt, bei der die Schiedsrichtervereinigungen (SRVgg) gemeinsam mit „Das Örtliche“ ihre Sieger*innen auszeichneten.
Unparteiische sind unverzichtbar, nicht nur während der 90 Minuten auf dem Platz. In Baden leisten viele Schiris auch jenseits des Spielgeschehens wertvolle Arbeit, sei es in der Nachwuchsgewinnung, in der Betreuung der Neulinge oder bei organisatorischen Aufgaben innerhalb der SRVgg. Dieses besondere Engagement wird mit der Aktion „DANKE SCHIRI.“ gewürdigt. In diesem Rahmen zeichnet der bfv verdiente Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in den Kategorien „Frauen“, „U50“ und „Ü50“ zunächst auf Kreisebene aus, bevor am 21. März die Verbandsehrung ansteht.
Tauberbischofsheim
„Spaß am Hobby“ ist für Wolfgang Bullmann die größte Motivation, Schiedsrichter zu sein. Seit 1981 leitet der 63-Jährige Spiele im Fußballkreis Tauberbischofsheim, wo er sich darüber hinaus jahrelang in der Betreuung der SR-Mannschaft engagierte und sich der Förderung des Nachwuchses verschrieben hat. So unterstützt er bei jungen Schiris oftmals als Assistent und betreut sie als wichtiger Ansprechpartner beispielsweise beim Bühnenbaucup in Nassig. Dass Bullmann nun die Auszeichnung in der Kategorie Ü50 erhält, sei „eine große Ehre und Anerkennung“ für seine Arbeit. „Es bestätigt mir, dass ich alles richtig gemacht habe“, freut sich der Preisträger.
Erst seit Sommer 2021 ist Swen Beck als Unparteiischer unterwegs, aber seither jedes Jahr ein Anwärter für den Titel „Schiri mit den meisten Spielen pro Saison“ in seinem Kreis. Nicht nur mit seinen Spielleitungen machte sich Beck schnell unverzichtbar für die SRVgg TBB, denn er bringt sich auch als Pate und Assistent bei jungen Talenten mit ein. Als besonders positiv hebt Kollege Dominik Wegert hervor: „Swen steht jederzeit zur Verfügung und springt oft auch sehr kurzfristig ein.“ Damit es auch am SR-Nachwuchs nicht mangelt, rührt Beck fleißig die Werbetrommel: Über persönliche Ansprache und Social Media wirbt er um Neulinge. „Die Ehrung ist zum einen eine Wertschätzung für die bisherige Leistung“, findet der U50-Preisträger. „Zum anderen aber auch ein Anreiz, weiterhin für junge Kolleginnen und Kollegen als Pate zur Verfügung zu stehen und diese zu begleiten sowie für ein faires Miteinander auf dem Platz zu sorgen.“
Auch in der Kategorie Frauen hat die SRVgg Tauberbischofsheim in diesem Jahr wieder eine Preisträgerin: Michelle Hartmann. Die 26-Jährige gab nach ihrer Babypause ihr Comeback an der Pfeife und engagiert sich wie schon zuvor mit viel Freude auf und neben dem Platz. Von den „Alten Herren“ über die Jugend bis zu Frauen und Herren, pfeift Hartmann jede Partie, für die sie eingeteilt wird „ohne zu meckern“. „Die Abwechslung ist klasse, weil jedes Spiel auf seine Art anders ist“, sagt die Geehrte. Bei der Organisation des jährlichen Neulingskurses bringt sie sich bei Aufbau und Korrektur mit ein, ist als Patin im Einsatz und wirbt unaufhörlich für ihr Hobby, womit sie bereits den Sohn ihres Partners als Neuling gewinnen konnte. „Andere Leute sollten auch Schiri werden, weil es das Selbstbewusstsein stärkt und es einfach Spaß macht, im Team unterwegs zu sein“, hebt sie die Vorteile heraus. „Die Ehrung bedeutet mir sehr viel. Sie zeigt mir, dass meine Kolleginnen und Kollegen meinen Einsatz schätzen.“
Buchen
Manfred Zier ist seit knapp 30 Jahren Schiedsrichter im Kreis Buchen. Dort bringt er sich auch als Betreuer und Trainer der SR-Fußballmannschaft ein, arbeitet im SR-Ausschuss mit und ist als Pate für Neulinge im Einsatz. Neben seinem Engagement in der SRVgg ist der 60-Jähirge außerdem noch Sportvorstand beim TSV Merchingen. In seinem Verein und darüber hinaus wirbt er für Nachwuchs: „Die Leute sollten Schiedsrichter werden, damit sie sehen, dass es von außen oft ganz anders aussieht, als wenn man selbst für das Spielgeschehen mitverantwortlich ist.“ Der Ü50-Preisträger zieht viel Positives aus seinem Hobby. „An der frischen Luft zu sein und etwas für seine Gesundheit zu tun, ist Motivation genug für mich. Ebenso, wenn es mir gelingt, die Spieler dazu zu bringen, sich fair zu verhalten und an die Regeln zu halten.“
Erst 18 Jahre alt, aber bereits seit sechs Jahren Schiri ist Robin Werner, der die Auszeichnung in der Kategorie U50 erhält. „Schiris sind ein unverzichtbarer Teil des Sports. Sie machen ihn fair und ohne sie geht es einfach nicht“, ist er sich sicher. Den Neulingen dient er als junges Vorbild, ist als Assistent bei vielen verschiedenen Schiedsrichtern dabei und „jederzeit einsatzbereit“, wie seine Kollegen loben. Besonders geschätzt wird auch die Unterstützung seiner Eltern, die Fahrdienste zu vielen Spielen übernommen haben. Über die „Wertschätzung als Nachwuchsschiri“ freut sich Werner sehr. „Schiri zu sein, ist eine tolle Möglichkeit, den Sport besser kennenzulernen und zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen, selbstsicherer zu werden, Entscheidungen nach außen zu vertreten und mit eigenen Fehlern umzugehen“, bekräftigt der 18-Jährige.
Mosbach
Über 40 Jahre Erfahrung als Unparteiischer hat Reinhold Huth, denn er legte seinen Neulingskurs bereits Anfang der 80er-Jahre ab. Mit einer kleinen Unterbrechung zwischen 2003 und 2005 kamen so bis heute weit über 1.000 Spiele unter seiner Leitung zusammen. Für die Schiedsrichterei entschied sich Huth damals, weil er aus beruflichen Gründen nach eigenen Angaben „kein zuverlässiger regelmäßiger Mannschaftsspieler“ sein konnte, dem Fußball aber weiterhin verbunden bleiben wollte. Neben seinen Einsätzen auf dem Platz engagierte sich der heute 64-Jährige im SR-Ausschuss und als Spieleinteiler für die Junioren und Senioren. Bis heute steht er für Pateneinsätze zur Verfügung, gibt Neulingen wertvolle Tipps und macht unentwegt Werbung für sein Hobby. So konnte er vor allem in den 90er-Jahren eine zweistellige Anzahl an Schiris für seinen Heimatverein gewinnen. Besonders hervorzuheben: 2015 brachte Huth zwei Geflüchtete aus Gambia und Afghanistan zur Schiedsrichterei und stand ihnen in der Folge mit Rat und Tat zur Seite, sodass beide heute noch aktiv sind. „Durch den Umgang mit so vielen verschiedenen Menschen und Charakteren eignet man sich als Schiri große Menschenkenntnis und soziales Miteinander an, wodurch man fürs Leben lernt“, betont Huth. Seine Ehrung sieht er als „Anerkennung und persönliche Bestätigung, dass ich einen Beitrag zum ordentlichen Ablauf von Fußballspielen beitragen konnte.“
In der Kategorie U50 ehrte die SRVgg Mosbach Dennis Frisch, der seit 2007 Schiedsrichter ist. Seine Kollegen beschreiben ihn als „wichtiges Mitglied für die SRVgg, weil er als Bindeglied zwischen Jung und Alt fungiert und so stets für ein gutes Klima sorgt“. Ehrenamt wird für ihn großgeschrieben, denn neben der Schiedsrichterei ist Frisch bei der Freiwilligen Feuerwehr, Beisitzer in der Vorstandschaft des SC Weisbach und seit 2020 auch Staffelleiter der Kreisklasse A. Für Nachwuchs an der Pfeife wirbt er bei verschiedenen Hallenturnieren der Jugend an den SR-Ständen, engagiert sich als Pate und nimmt junge Schiris gerne als Assistenten mit, um ihnen im Team den Rücken zu stärken. „Ich sehe es sehr positiv, dass ich den jungen Nachwuchsschiris etwas beibringen kann“, erklärt Frisch. „Man kommt viel rum, lernt neue Orte und Leute kennen. Auch mein Selbstbewusstsein ist durch die Tätigkeit als Schiedsrichter enorm gewachsen.“ Im Vorfeld von Lehrabenden hilft der 35-Jährige bei der Organisation und bringt sich durch wichtigen fachlichen Input mit ein. „Die Ehrung DANKE SCHIRI. bedeutet mir sehr viel, da mein Engagement von außen anerkannt und gewürdigt wird“, freut sich der U50-Preisträger.