Werte als Basis für den Mannschaftserfolg: Trainer-Fortbildung „Sepp- Herberger-Akademie“

Qualifizierung
15.10.2026

Karlsruhe: Langfristiger sportlicher Erfolg beruht nicht nur auf Technik und Taktik, auch der Zusammenhalt der Mannschaft und gemeinsame Werte spielen eine große Rolle. Wie Trainer*innen diese Werte vermitteln und in den Trainingsalltag integrieren können, stand im Mittelpunkt der fünften „Sepp-Herberger-Akademie“.

Die dreitägige Fortbildung für Trainer*innen im Nachwuchsfußball wurde von der DFB-Stiftung Sepp-Herberger gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund, dem Badischen Fußballverband und der Werte-Stiftung organisiert. Das Programm umfasste Workshops zu Teambuilding, Konfliktmanagement und Kommunikation sowie praktische Trainingseinheiten, unter anderem Blindenfußball. Dabei konnten die Teilnehmenden vom „tollen Austausch mit Trainerkollegen, die vor den gleichen Herausforderungen bei ihren Spielern stehen“ profitieren, berichtet Andreas Koller vom ATSV Mutschelbach. Dass der Fußball wie kaum ein anderer Sport für Werte wie Fair Play, Respekt und Teamgeist steht, betont auch Ronny Zimmermann, Präsident des Badischen Fußballverbands und DFB-Vizepräsident: „In unserer sich immer schneller verändernden Welt wird es zunehmend wichtiger, sich auf die grundlegenden Werte zwischenmenschlichen Zusammenlebens zu besinnen.“ In Bezug auf den Veranstaltungsort, der Sportschule Schöneck, ergänzte er: „Der Sepp-Herberger-Weg in Karlsruhe-Durlach führt direkten Weges zur Sportschule Schöneck, die auf alle Zeiten mit dem ersten Weltmeistertitel Deutschlands untrennbar verbunden ist. An dieses Ereignis, an Sepp Herberger und die Werte des Sports werden wir immer erinnern.“

Dr. Anna-Lisa Schwarz, Geschäftsführerin der Werte-Stiftung, ordnet die Rolle der Trainer*innen im Sport klar ein: „Gerade Jugendtrainer*innen sind starke Vorbilder und können im Fußball Werte besonders authentisch weitergeben.“ Die Stiftung wolle „junge Menschen für Werte begeistern, für ihre eigenen und für die, die uns als Gesellschaft verbinden“, dazu sollten bei der Fortbildung unter anderem Theorieeinheiten zur Wertebildung, zum Umgang mit Konflikten sowie zur Selbstreflexion dienen. In den Praxiseinheiten standen besonders die Fragen im Vordergrund, wie Werte gemeinsam als Mannschaft erarbeitet werden können und wie sie im Trainingsalltag erlebbar gemacht werden. 

Im Rahmen des Lehrgangs fand auch eine Podiumsdiskussion statt, an der Marc-Patrick Meister, Trainer der DFB-U16-Nationalmannschaft, sowie Sarah Brüßler, Kanutin und Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2024, teilnahmen. Wie Dr. Schwarz betonte auch Meister, dass besonders Trainer*innen bei der Wertebildung von Kindern und Jugendlichen eine große Bedeutung zukommt: „Wir als Trainer haben einen extremen Auftrag, Werte vorzuleben und die Möglichkeit, die Spieler entscheidend zu prägen.“

„Es ist sehr wichtig, die eigenen Werte zu kennen und auch klar zu benennen. Ich muss wissen, ob ich noch auf meinem Weg bin oder ihn vielleicht verlassen habe“, hebt Sarah Brüßler die Orientierungsfunktion von Werten hervor. Als wichtigsten ihrer persönlichen Werte benennt sie die Menschlichkeit, die ihrer Meinung nach zu jeder Zeit, ob im Training, beim Wettkampf oder in anderen zwischenmenschlichen Situationen, gewahrt werden sollte.

„Den Referent*innen ist es gelungen, ein so abstraktes Thema sehr greifbar zu machen“, lobt Andreas Kreischer-Schenck vom FC Spechbach, der den Lehrgang insgesamt als sehr interessant und lehrreich bewertete. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den verschiedenen theoretischen und praktischen Einheiten sollen den Trainer*innen zukünftig helfen, in ihrem Trainingsalltag nicht nur sportliche Fähigkeiten zu vermitteln, sondern auch als Vorbilder und Bezugspersonen die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Spielerinnen und Spieler voranzutreiben. Kerstin Bohn, Trainerin einer Mädchenmannschaft beim SSV Waghäusel, unterstreicht, wie viel sie aus dem Lehrgang mitgenommen hat: „Ich habe nun eine klare Vorstellung, wie wir uns mit Werten im Fußballtraining konkret auseinandersetzen können.“ Auch Sophie Martin vom FV Linkenheim blickt positiv auf die drei Tage zurück, die für sie von einer „tollen Teamatmosphäre“ geprägt waren. „Wir haben Dinge gelernt, die man sonst bei Lehrgängen nicht mitnimmt, besonders über Menschlichkeit“, resümiert sie während der Abschlussrunde.